nagel & kopf http://nagelundkopf.de text. konzept. strategie. Sun, 25 Jun 2017 21:21:09 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8 Awards sind nichts mehr wert http://nagelundkopf.de/awards-sind-nichts-mehr-wert/ http://nagelundkopf.de/awards-sind-nichts-mehr-wert/#respond Sat, 24 Jun 2017 21:00:36 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=4048 Gut, das ist jetzt sehr gerafft. In der Langfassung geht Amir Kassaei mit Mirko Kaminski im nächsten Sommer auf Femahrn Grillen und Bier trinken.

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Gut, das ist jetzt sehr gerafft. In der Langfassung geht Amir Kassaei mit Mirko Kaminski im nächsten Sommer auf Femahrn Grillen und Bier trinken.

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Die Fünf Goldenen Kommunikationsregeln http://nagelundkopf.de/die-fuenf-goldenen-kommunikationsregeln/ http://nagelundkopf.de/die-fuenf-goldenen-kommunikationsregeln/#respond Sun, 19 Jun 2016 08:46:25 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3828 Fünf? Nur fünf? Und dann noch gülden? Eine weitere Liste, die mich zum Klicken verführt hat? Aber klar doch. Und diese Antwort gilt für jede Frage. Warum das? Das Internet an sich bildet fast wöchentlich neue Kontaktmöglichkeiten: soziale Netzwerke, Messenger, Chats, was auch immer. Und kaum ist ein neuer Kanal aufgetaucht, schießen Experten und Spezialagenturen […]

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Fünf? Nur fünf? Und dann noch gülden? Eine weitere Liste, die mich zum Klicken verführt hat? Aber klar doch. Und diese Antwort gilt für jede Frage. Warum das? Das Internet an sich bildet fast wöchentlich neue Kontaktmöglichkeiten: soziale Netzwerke, Messenger, Chats, was auch immer. Und kaum ist ein neuer Kanal aufgetaucht, schießen Experten und Spezialagenturen wie die Pilze aus dem Boden. Oh, Wunder.

Sind das alles Scharlatane? Einige der Kapeiken gewiss. So wie überall. Und die anderen? Ein paar springen ganz einfach auf einen fahrenden Zug und hoffen, dass kein Schaffner kommt. Das ist alles nicht verwerflich. In der Kommunikationsbranche allerdings treibt das manchmal gar seltsame Blüten.

Nicht nur, dass wir es fast wöchentlich mit neuen Buzzwords zu tun haben (die, so ganz nebenbei, notwendig sind, weil sie einfach zum Marketing-Vokabular gehören), nein, sie werden gleich hochgehyped, damit bloß jedes Medium aus dem Marketing-Dunstkreis brav die PR-Artikel der hypenden Agenturen abdruckt. Aber auch das ist nicht verwerflich, so funktioniert Vermarktung – und darin sollten Marketingagenturen schließlich recht gut sein. Im Gespräch bleiben, im Rennen bleiben, vorne bleiben – und gewinnen.

Was bei diesem Wettbewerb ganz oft auf der Strecke bleibt – und das ist mein ganz persönlicher Eindruck -, ist die Zielgruppe, die so vehement ankommuniziert wird: Menschen. Und jetzt wird’s einfach mal ganz pragmatisch: fünf Kommunikationsregeln.

1. Wir kommunizieren immer mit Menschen.

Das ist das ganze Geheimnis hinter aller Werbung. Das ist das ganze Geheimnis hinter aller PR. Das ist das ganze Geheimnis hinter allem Social Media Marketing. Also hinter allen Kommunikationsdisziplinen. Wer seine Mitmenschen nicht wahrnimmt, SEO-Texte runterschrubbt, nur Suchmaschinenalgorithmen im Kopf hat, nicht mehr U-Bahn fährt, sich nicht mal für eine halbe Stunde an den Bahnhof setzt oder ‘nen Burger mitten in einem überfüllten Einkaufszentrum isst, verliert das Gespür für seine Umwelt. Für die Sprache seiner Umwelt.

Gehen wir doch mal von uns aus: Wir mögen keinen Spam. Wir nutzen AdBlocker. Warum? Weil wir überall penetrant von Werbung penetriert werden. Das nervt uns. Zurecht. Wir möchten unterhalten werden, lachen, ja, wir wollen auch lernen. Wir wollen aber nicht belehrt werden. Wir wollen hinter Kulissen gucken, wissen, wie Dinge funktionieren. Und wenn uns das irgendein Unternehmen sympathisch erklärt, finden wir höchstwahrscheinlich auch die Marke sympathisch. Da wären wir zum Beispiel bei gutem Content Marketing. Werbung kann aber auch geschickt sein, die zur Verfügung stehende Datentiefe lässt personalisierte Werbung zu. Die stört uns nicht ganz so. Weil sie gezielt ist. Weil wir nicht das Gefühl haben, dass da jemand mit großem Budget seine Shotgun in den Wald feuert und guckt, was vom Baum fällt. Wertschätzung ist hier ein passendes Stichwort. Wir wollen ernstgenommen werden.

Auf hohle Werbephrasen fallen wir nicht mehr herein. Niemand kommt mehr mit seiner Kutsche durchs Dorf gefahren und verkauft Haarwuchsmittel und Lebenselixier. Denn: Seit Google haben Lügen fast keine Beine mehr.

Also: Denken wir zunächst an uns (das dürfte den meisten eh recht leichtfallen), stellen wir ganz automatisch den Menschen in den Mittelpunkt. Und da gehört er auch hin.

2. Von nichts kommt nichts.

Kommunikation kostet Geld. Immer. Und immer wieder begegnen mir Unternehmer, die der Meinung sind, „dieses Content Marketing, das läuft doch auf Facebook, da kostet das doch nichts.“ Klar, die Nutzung von Facebook kostet nichts. Aber wie kommen die Inhalte dahin? Und woher überhaupt? Wer verfasst Blogartikel, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden können? Wer erstellt einen Facebook-Redaktionsplan und bedient Buffer und Co.? Wer sorgt für vernünftige Fotos abseits ausgetretener Stockphotos-Pfade? Wer baut tolle Infografiken? Wer filmt, schneidet und vertont das Video? Wer denn? Das kann niemand aus der Belegschaft nebenbei machen. Ganz abgesehen davon, dass man Unternehmenskommunikation niemals nur so nebenbei betreiben sollte.

Also: Inhalte kosten, Ideen kosten, Zeit kostet, Mitarbeiter kosten, externe Agenturen oder Freelancer kosten. Und zwar Geld. Und nicht immer kommt direkt Ertrag um die Ecke in Form von Verkäufen, Leads oder was auch immer. Im Content Marketing, zum Beispiel, braucht man einen langen Atem, da ist Kontinuität gefragt. Machen und dranbleiben.

Kommunikation kann man nicht halbherzig betreiben. Entweder man macht es ganz, also mit Einsatz und Energie und Plan und Budget, oder man lässt es bleiben und dümpelt so vor sich hin. Das scheint manchen auch zu reichen. Noch.

3. 360-Grad-Kommunikation dreht sich nur im Kreis.

Sie ist ähnlich buzzy wie das „Content Marketing“, die 360-Grad-Kommunikation. Die funktioniert so ähnlich wie die oben schon erwähnte Shotgun im Dauerfeuer, während man sich auf der Stelle um sich selbst dreht. Und am Ende landet man wieder genau da, wo man angefangen hat zu feuern. Prima.

Dabei muss Kommunikation beweglich sein. Selbstverständlich muss man alle relevanten Kanäle abdecken, sich so breit wie sinnvoll positionieren und sich dann im Leben seiner Kunden breitmachen, also relevant werden. Aber, bitteschön, nicht wie ein nervender Brummkreisel mitten im Zimmer rumwirbeln, das ist doch albern. Genau wie das 360-Grad-Bild.

Das ist zu spitzfindig? Hey, dafür sind wir doch hier!

4. Der Fisch muss dem Angler schmecken.

Ist doch klar, warum geht man sonst Angeln? „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“, ist das zu oft kolportierte Sprichwort, zu oft, weil zu falsch. Zumindest im Marketing. Köder können wir beliebig viele auslegen oder in den Dorfteich werfen. Wenn wir angeln, was wir nicht wollen oder ganz einfach nicht mögen, haben wir die falschen Köder ausgelegt. Klingt logisch? Ist es auch.

Also stellen wir mal ganz bewusst und selbstbewusst die Person ins Zentrum unseres Interesses, auf die es ankommt: uns selbst.

5. Alles andere ist Marketinggewäsch.

Darüber hinaus ist mir das alles zu wenig pragmatisch. Wenn wir in unserem Interesse mit Menschen kommunizieren, um diese von uns zu unserem Vorteil zu überzeugen, schlagen wir die richtige Richtung ein. Wer was anderes behauptet, interpretiert „Marketing“ auf eine sehr spezielle Weise. Marketing ist durch und durch egoistisch auf den eigenen Vorteil bedacht (oder den des Kunden, wenn ich durch meine eigene Brille blicke). Selbstredend funktioniert das erfolgreich nur dann, wenn alle „Stakeholder“ (wie ich dieses Wort verabscheue) an Bord geholt werden.

Aber der geangelte Fisch, der muss zu guter Letzt uns schmecken. Guten Appetit.

 

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In eigener Sache: „Content Marketing“ beim Online Marketing Day http://nagelundkopf.de/content-marketing-vortrag/ http://nagelundkopf.de/content-marketing-vortrag/#respond Tue, 08 Mar 2016 15:55:19 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3726 Meine Herr’n, jetzt geht’s hier auch noch um Content Marketing! Und dann auch noch öffentlich beim Online Marketing Day auf dem Rittergut Remeringhausen in Stadthagen am 7. Mai 2016. Und dann auch noch so schamlos beworben! Ja, bin ich denn von allen guten Geistern verlassen? Ja, natürlich, aber das ist doch nichts Neues. double or […]

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Meine Herr’n, jetzt geht’s hier auch noch um Content Marketing! Und dann auch noch öffentlich beim Online Marketing Day auf dem Rittergut Remeringhausen in Stadthagen am 7. Mai 2016. Und dann auch noch so schamlos beworben! Ja, bin ich denn von allen guten Geistern verlassen? Ja, natürlich, aber das ist doch nichts Neues.

double or nothing, namentlich Chefin Kerstin Thieler, mit der ich seit einiger Zeit immer mal wieder und sehr gerne zusammenarbeite, hatte die Idee zum Marketing-Tag. Vorbilder gibt es ja einige, und als sie mich fragte, ob ich nicht ein paar Minuten vor Publikum sprechen möchte, sagte ich beinahe spontan zu. Warum auch nicht? Und warum auch nicht zum Thema Content Marketing, wo ich doch seit fast zwanzig Jahren nichts anderes mache als Inhalte zu produzieren?

Die Diskussion ist aktueller denn je, das könnt ihr auf wuv.de nachlesen, da ist alles dabei, von der „Content-Lüge“ bis zum „Heiligen Gral“:
Thomas Strerath über die Content-Lüge
(Als Werber hält er Content Marketing für überschätzt, weil Zielgruppen mit Content zugemüllt würden – und klingt ein bisschen beleidigt, weil Menschen an sich werbeübersättigt sind. Das ist natürlich verkürzt, lest einfach seinen Beitrag, genau wie die anderen.)
Thomas Knüwer über Content Marketing: Deutsche Werber haben es noch nicht begriffen
(Er wiederum findet Content Marketing total knorke, was eventuell damit zu tun hat, dass seine Agentur damit Geld verdient.)
Bernhard Fischer-Appelt: Content Marketing ist keine Lüge und kein Sozialismus

Bernhard Fischer-Appelt ordnet Content Marketing in die Markenführung ein.
Matthias Schrader: Content Marketing hat nichts mit Storytelling zu tun
Matthias Schrader setzt auf „Content-Mengen“ bei hoher, aber nicht zu hoher Qualität.
Kommt aus euren Silos raus
Lars Cords spielt Mediator zwischen Strerath und Knüwer.
Willkommen in der Relevanzzone
Stefan Kolle fasst sich kurz und trifft es trotzdem sehr gut: „‚[Menschen] lesen, was sie interessiert. Und manchmal ist’s eine Anzeige.‘ Ersetzt man Anzeige durch Social-Media-Post, Film oder Youtube-Tutorial, hat man die Kraft des Content-Marketings im Netz perfekt beschrieben.“
Kerstin Hoffmann: Zu viel Content nervt
Kerstin „PR-Doktor“ Hoffmann findet den quantitativen Ansatz von Matthias Schrader völlig daneben.
Karsten Lohmeyer über Content Marketing: Ich bastele mir meinen eigenen Gral
Und schließlich gibt Karsten Lohmeyer als Journalist zu bedenken, dass Journalisten seit Jahrzehnten Content erschaffen und plädiert für native Reichweite, wenngleich dafür auch mal ein Taler die Hand wechseln darf.

Und die Wahrheit über Content Marketing?

Die liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. Deswegen gebe ich auch meinen Senf dazu – und zwar unter dem Titel: „Image not found – Content Marketing im Markenauf- und ausbau. Wo es hilft und wie Sie groben Unfug vermeiden“. Ich gehe das Thema, wie alles im Marketing, nicht so bierernst und verbissen an. Content Marketing ist keine Naturwissenschaft. Wir haben es in der Kommunikation immer und überall mit Menschen zu tun, und die sind in der Regel nur bis zu einem gewissen Grad berechenbar. Das macht es spannend. Und anstrengend.

Inhalt des Vortrags

Nach der Klärung, was sich hinter dem Buzzword „Content Marketing“ verbirgt, klären wir, was überhaupt eine Marke ausmacht, um Content Marketing in die Markenkommunikation einzuordnen. Wir spielen die Vermarktung von Inhalten einmal bis zum Endgegner durch und bauen auf Nebenschauplätzen die theoretischen Grundlagen auf. Dabei trinken wir Kaffee. Fragen sind erlaubt und erwünscht. Exklusiv und nur auf dem Rittergut Remeringhausen: Buzzword-Bingo mit einem tollen Preis (Gut, im Original stand noch „Bullshit-Bingo“, aber wir wollen ja nicht zu defätistisch sein.).

Klingt doch sensationell, oder? Also, wer Lust und Zeit hat und sich nebenbei das tolle Rittergut Remeringhausen ansehen will, ist herzlich eingeladen. Zur Anmeldung geht es hier entlang.

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Könnten Sie uns einen Probetext … NEIN! http://nagelundkopf.de/koennten-sie-uns-einen-probetext-nein/ http://nagelundkopf.de/koennten-sie-uns-einen-probetext-nein/#respond Wed, 02 Mar 2016 18:42:46 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3714 Kreativarbeit gibt es nicht kostenlos. Keinen Probetext, kein Probelogo, keine Probewebsite. Zumindest sollte das die allgemeine Regel sein. Immer wieder jedoch werden Kreative um ihre Arbeit angeschnorrt wie von einem Punk auf der Platte. Es sei ja Werbung. Bullshit. Dafür haben wir Referenzen. Für Lösungen von der Stange besuchen Sie bitte Ramschportale.

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Kreativarbeit gibt es nicht kostenlos. Keinen Probetext, kein Probelogo, keine Probewebsite. Zumindest sollte das die allgemeine Regel sein. Immer wieder jedoch werden Kreative um ihre Arbeit angeschnorrt wie von einem Punk auf der Platte. Es sei ja Werbung. Bullshit. Dafür haben wir Referenzen. Für Lösungen von der Stange besuchen Sie bitte Ramschportale.

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Es ist nichts mehr sozial an „Social Media“ http://nagelundkopf.de/es-ist-nichts-mehr-sozial-an-social-media/ http://nagelundkopf.de/es-ist-nichts-mehr-sozial-an-social-media/#respond Tue, 09 Feb 2016 06:42:40 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3688 Geht es euch genauso? Sobald irgendwer die Idee zu einer neuen Community hat, einem Netzwerk, einer Plattform, also irgendeinem digitalen Ort, an dem sich Menschen über was auch immer austauschen können, zähle ich die Minuten, bis die ersten Superdupercontentheroes die 12-Schritte-zum-Marketingerfolg-auf-XXX-Infografik in ihre Timelines blasen. „Reputation Management“, „Content Marketing“, „Storytelling“ sind zu reinen SEO-Buzzwords verkommen. […]

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Geht es euch genauso? Sobald irgendwer die Idee zu einer neuen Community hat, einem Netzwerk, einer Plattform, also irgendeinem digitalen Ort, an dem sich Menschen über was auch immer austauschen können, zähle ich die Minuten, bis die ersten Superdupercontentheroes die 12-Schritte-zum-Marketingerfolg-auf-XXX-Infografik in ihre Timelines blasen. „Reputation Management“, „Content Marketing“, „Storytelling“ sind zu reinen SEO-Buzzwords verkommen. Öffnet irgendwo ein neues „soziales“ Netzwerk, kommen die Social-Media-Marketer in Horden wie Moränen aus ihren Löchern geschossen und zerstören binnen Tagen jeglichen „sozialen“ Charakter. Sofort wird abgecheckt, welche Marke sich wie bei welchen „Stakeholdern“ profilieren und ihren Spam mit einer abgesägten Shotgun in die Massen blasen kann.

Leute, verzieht euch!

Seien wir doch ehrlich: Es gibt weltweit (!) nur ganz, ganz wenige Marken, die zum Beispiel auf Facebook interessant genug sind, um alles zu lesen, was die so in die Chronik spülen. Aktuelles, Making-ofs, Behind-the-Scenes, zum Beispiel. Mullu-mullu-Likebait-Fragen, Eigenwerbung, schnöde PR, all das wird doch von Fans gar nicht mehr wahrgenommen. Wenn dann Facebook auch kein Rückkanal ist, auf dem man Antworten erhält, kann die Seite weg. Niemand wird sie vermissen. Nur eben die Agenturen, die für den Betrieb bezahlt worden sind.

Die meisten Unternehmen haben nichts zu erzählen. Viele wollen gar nicht. Dann zwingt sie auch nicht dazu! Erfindet doch bitte keine Geschichten, wo es keine gibt. Wer ehrlich berät, muss auch sagen können: Nein, ihr braucht keine Facebook-Seite. Ihr müsst nicht instagrammen oder pinteresten oder twittern. Investiert in eine gute, aktuelle Website. Setzt auf eine attraktive Bildsprache. Und lasst einen Texter ran.

Und wenn es doch etwas zu erzählen gibt?

Dann erzählt es uns. Aber, bitte, liebe Marketing-Experten, verschont uns mit all diesem „Stakeholder“-Geschwaller. So redet doch niemand wirklich. Nur weil es bestimmte Worte gibt, muss man sie nicht verwenden. Niemand hat was gegen interessante Informationen, gegen witziges Wissenswertes, aber auf sinnlose Einzeiler mit zehn Hashtags können wir verzichten. Ganz ehrlich!

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Warum ich nicht zum Bloggen komme http://nagelundkopf.de/warum-ich-nicht-zum-bloggen-komme/ http://nagelundkopf.de/warum-ich-nicht-zum-bloggen-komme/#respond Thu, 05 Mar 2015 22:04:20 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3503 Der Beitrag Warum ich nicht zum Bloggen komme erschien zuerst auf nagel & kopf.

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Wie die FDP zu ihrem neuen Logo kam http://nagelundkopf.de/wie-die-fdp-zu-ihrem-neuen-logo-kam/ http://nagelundkopf.de/wie-die-fdp-zu-ihrem-neuen-logo-kam/#respond Tue, 06 Jan 2015 19:26:22 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3478 Ding Dong! *pling* Was? Wer? Ach, du bist das, hi! Frohes Neues! Gut reingekommen? Was machst du? Konterbier. Oh, hier auch. Bin aber beim Restwein. Prost! Prost. Schon gehört? Der Christian will irgendwas Neues machen. Will wieder in den Bundestag. Ich wäre schon froh, wenn  ich wieder in meine Hosen käme. *rofl* Irgendsoeine hippe Agentur […]

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Ding Dong! *pling*

Was? Wer? Ach, du bist das, hi!

Frohes Neues! Gut reingekommen? Was machst du?

Konterbier.

Oh, hier auch. Bin aber beim Restwein. Prost!

Prost.

Schon gehört? Der Christian will irgendwas Neues machen. Will wieder in den Bundestag. Ich wäre schon froh, wenn  ich wieder in meine Hosen käme.

*rofl*

Irgendsoeine hippe Agentur soll jetzt was mit’m Logo machen.

Ach, wir hatten doch schon so neue Plakate, waren die nicht gut genug?

Welche?

Na, die mit der Kollegin aus Hamburg oder so …

*lol* Meinste nich ernst jetzt, oder?

Wieso? Was ist mit ihr?

Mit ihr nichts. Die Plakate waren doch voll der Fehlschuss. Hat der Prakti dran gesessen von … na ja, von dem, der jetzt so in Gesundheit macht.

Danni-Boy?

*gnihi* Habt ihr den wirklich immer so genannt?

Klar, durfte er nur nie hören, wurde immer zornesrot.

Das erklärt die Farbe auf dem Plakat.

Was ist denn nun damit?

Das hat sein Prakti gemacht so als Scherz und hat ihm erzählt, wir hätten das alle durchgewunken. Und er rennt selbst zur Druckerei mit dem Plakat und gibt das in Auftrag. Die Kollegin hat sich fürchterlich aufgeregt, durfte das aber natürlich nicht durchblicken lassen.

Brüller!

Ja, oder? Und jetzt soll das halt ’ne Agentur richten.

Und was haben die vor?

Keine Ahnung.

Soll er doch wieder das Rot nehmen. Das von dem Plakat. 🙂

Das ist Magenta.

Was?

Magenta, das ist Magenta, wie bei der Telekom.

Ist doch super, die mag doch auch jeder. Wir haben Telefon da seit schon immer. Und so viel, wie meine Frau telefoniert, müssen die ja gut sein. 😉

Echt immer noch? Ist doch viel zu teuer da, hast doch freie Wahl!

*gnihi* Sind ja auch „Freie Demokraten“. 😀

Das isses!

Was?

Na, wir schreiben „Freie Demokraten“ ins Logo und machen da irgendwo noch Magenta rein, das kann mein Sohn gleich machen. Und dann jubeln wir das dem Christian unter. Da lachen wir noch 2017 drüber! Wird ein Knüller!

Was ist 2017?

Ach, nicht so wichtig.

Und was ist mit der Agentur?

Denen sagen wir einfach, wir haben schon was, die können die Rechnung schreiben.

Hihi, so machen wir, da kann meine Frau gleich anrufen.

*rofl*

Geil!

Prost!

Prost!

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Stockfotos sinnvoll(er) einsetzen http://nagelundkopf.de/stockfotos-sinnvoller-einsetzen/ http://nagelundkopf.de/stockfotos-sinnvoller-einsetzen/#respond Mon, 08 Dec 2014 15:50:37 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3455 [gefunden auf t3n]   How to use stock photos and still look cool from Chris „Kubby“ Kubbernus

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[gefunden auf t3n]

 

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4 Fragen, 4 Antworten: Uwe Lübbermann, Premium-Cola http://nagelundkopf.de/4-fragen-4-antworten-uwe-luebbermann-premium-cola/ http://nagelundkopf.de/4-fragen-4-antworten-uwe-luebbermann-premium-cola/#respond Thu, 23 Oct 2014 07:10:21 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3413 Eigentlich sollte dies hier eine weitere Episode „4 Fragen, 4 Antworten“ werden. Uwe Lübbermann, der Kollektivvorsitzende von Premium Cola, hat allerdings mehr zu erzählen, als ich in nur vier Fragen herausfinden kann. Kurzum: Die heutige Rubrik heißt „(4 Fragen, 4 Antworten)x2“. Das war’s dann auch mit den Kalauern. Versprochen. Uwe, vielen Dank, dass du dir […]

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luebbermann, uwe_2012

Uwe Lübbermann

Eigentlich sollte dies hier eine weitere Episode „4 Fragen, 4 Antworten“ werden. Uwe Lübbermann, der Kollektivvorsitzende von Premium Cola, hat allerdings mehr zu erzählen, als ich in nur vier Fragen herausfinden kann. Kurzum: Die heutige Rubrik heißt „(4 Fragen, 4 Antworten)x2“. Das war’s dann auch mit den Kalauern. Versprochen.

Uwe, vielen Dank, dass du dir ein paar Minuten Zeit nimmst. Eins wollen wir ganz zu Beginn klarstellen: Du bist kein Bartträger, vielmehr haben sich deine Koteletten unterm Kinn zum Plausch getroffen. Da gibt es viele Irrtümer dieser Tage. Doch genug der Äußerlichkeiten. Du bist Chef von Premium und vertreibst Cola, Bier und andere Flüssigkeiten unters Volk. Was Prof. Günter Faltin mit seiner Teekampagne vorgemacht hat, also, sehr verkürzt gesagt, die modulare Unternehmensgründung, hast du für Premium adaptiert. An die Stelle von Gewinnmaximierung treten in deinem Unternehmen Nachhaltigkeit und Mitspracherecht deiner Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden. Angefangen, und ich kürze das etwas ab, hat alles mit deiner Badewanne und Afri Cola. Der neue Besitzer deiner Lieblingscola hat die Rezeptur verändert, ohne das zu kommunizieren. Du hast das nicht einfach hingenommen, sondern bist in den Cola-Widerstand gegangen, weil du dich als Konsument nicht ernst und wahrgenommen gefühlt hast.

Du hast schließlich den Wirtschaftsansatz umgedreht, das Afri-Cola-Rezept annektiert und produziert. Nach dem ersten Kunden hast du gemerkt, dass du dir nun eine Art Firma eingebrockt hattest. Dieses Unternehmen funktioniert wie ein Kollektiv im Sinne der Mitbestimmung. Wenn ich etwas Wichtiges vergessen habe, fühle dich frei, hier noch zu ergänzen.

Uwe: Das passt soweit alles, danke! Ich würde zum geschätzten Prof. Faltin nur einen Punkt ergänzen. OK, doch zwei: Wir haben gegründet, bevor sein Buch rauskam und: mit der Gründung und dem Aufbau ist es dann nicht getan; wer ein Unternehmen betreibt, entfaltet dabei ja vielerlei Wirkungen nach „innen“ und nach „außen“, d.h. gegenüber Mitarbeitern, Lieferanten, Dienstleistern, Kunden, Wettbewerbern undsoweiterundsofort – und es ist meiner Meinung nach die Hauptaufgabe von Unternehmen, diese Wirkungen möglichst sozial, stabil, nachhaltig und fair zu gestalten. Und nicht, nur den eigenen Gewinn zu steigern. Ersteres geht m. E. relativ gut, wenn es gelingt, das Unternehmen mit allen Betroffenen (egal wie intern oder extern, wie groß oder klein die sein mögen) gemeinsam zu steuern. Also: Mitsprache für alle! (*reckt grinsend linke Faust in die Höhe* -sn)

Wie funktioniert diese Mitsprache, wie weit geht sie? Und kannst du auch enteignet werden?

Uwe: Ach, das bin ich schon, also in dem Sinne, dass ich von Anfang an allen Beteiligten Konsensdemokratie zu allen Fragen versprochen habe. Wenn ich das nun plötzlich anders mache und zum Beispiel im Alleingang meinen Anteil verdopple, ist das Kollektiv weg; ich habe also einen sehr wesentlichen Faktor von Eigentum, nämlich die Verfügungsmacht, relativ weitgehend abgegeben. Premium-Cola und -Bier gehören als Marken mir, ich hab sie halt über Jahre als zentraler Mensch aufgebaut mit der Hilfe von vielen, aber das war’s auch schon an Produktionsmitteln, es gibt keine „eigenen“ Ressourcen wie Anlagen, LKW, Gebäude und so, die haben andere – aber die gehören doch auch dazu? Hier lösen sich die Grenzen des Unternehmens schon auf, und es geht noch weiter: das Konzept ist Open Source, also haben sich andere Unternehmen (Frohlunder und kolle-mate, um nur die weitgehendsten zu nennen) damit gegründet, mit denen wir sehr eng zusammenarbeiten. Das Ganze ist also eher ein Unternehmens-Netzwerk, das alle Entscheidungen gemeinsam trifft. Und mit „alle“ meine ich „alle“. Jede/r Beteiligte/r kann jedes Thema einwerfen, vom Einkauf der Briefumschläge bis zur Schweiz-Strategie oder Kalkulation der Literflasche, jede/r kann zu jedem Thema was sagen, und dann reden wir so lange, bis es kein Veto mehr gibt. Das klingt unmöglich, machen wir aber seit bald 13 Jahren so.

Ihr verkauft Mitbestimmung, das betonst du immer wieder. Du vergleichst das Modell, nach dem ihr arbeitet, mit einem Betriebssystem, das ihr unter CC-Lizenz zur Verfügung stellt. Einer deiner Posts auf Facebook lautete: „Teile, und mit dir wird geteilt werden. So einfach kann bessere Wirtschaft sein“. Wenn ihr alles teilt, bleibt dann genug für dich?

Wissen hat ja zum Beispiel den Charme, dass es nicht weniger wird vom Teilen, sondern mehr.

Uwe: Ja. Ach so, soll ich länger antworten? Ich behaupte, es bleibt sogar mehr. Wissen hat ja zum Beispiel den Charme, dass es nicht weniger wird vom Teilen, sondern mehr. Und wenn ich dran denke, wie viel Wissen auch deshalb schon mit mir geteilt wurde, hui. Genauso ist es beim Teilen von Ressourcen: Gib einem anderen Hersteller Leergut ab in Zeiten seiner Krise, dann hast du eine kleine Versicherung für den Fall deiner nächsten Krise. Mach das mit vielen, und du bist vielfach abgesichert. Menschlich gilt das sowieso. Ich will außerdem gar nicht in einer (Wirtschafts-)Welt leben, in der jeder nur an sich selber denkt. Dann ist nämlich noch lange nicht an alle gedacht. Stattdessen glaube ich daran, dass es für alle angenehmer und stressfreier wird, wenn alle ein bisschen an alle denken, oder ein bisschen mehr. Ich selbst hab mir dadurch sowas wie eine Parallelwelt gebaut, in der für mich zwar viel zu tun ist, aber ganz wenig negativer Stress, sehr wenig Fluktuation, wenig Streit, nicht ein Rechtsstreit in bald 13 Jahren, einfach eine viel menschlichere Arbeits- und Lebenswelt. Das haben wir geschafft. Dennoch ist unser Projekt bisher nicht sehr bekannt, unter anderem weil wir keine Werbung machen.

Das Prinzip „Premium“ erklärt in fünf Minuten:

Im SZ-Magazin sagte im letzten Jahr DDB-Kreativchef Amir Kassaei, der vor allem bekannt für seine, sagen wir, sehr offene Art ist: „Während die ganze Welt über Nachhaltigkeit nachdenkt, sind Werber die Letzten, die lauthals Propaganda für hemmungslose Konsumgier machen.“ Dein Werbebudget ist überschaubar: Du hast keins. Trotzdem funktioniert dein Unternehmen. Wieso – oder anders: Müssen Werber vor deinem Geschäftsmodell erzittern?

Uwe: Auwei, wie beantworte ich das? Wer Douglas Adams kennt, Per Anhalter durch die Galaxis, erinnert sich eventuell daran, dass da ein Raumschiff zur Evakuierung der Erde losgeschickt wurde mit allen möglichen Leuten: Telefondesinfizierer, Bürokraten und, ja, Marketingleute. Nachher kam dann raus, dass man denen die Evakuierung nur vorgegaukelt hatte, um sie alle miteinander endlich loszuwerden.

Aber diese ganze
Push-Werbeindustrie, weg damit, ersatzlos.

Tja. Ich glaube wirklich, dass sich die (Werbe)Wirtschaft leider in großen Teilen komplett von dem entfernt hat, was Menschen eigentlich brauchen und wollen. Grob vereinfacht ausgedrückt, zahlen Kunden mehr für Produkte als eigentlich nötig, und von diesem Zuviel wird Werbung bezahlt, die die Kunden in der Regel nur nervt. Darüber hinaus weckt Werbung Bedürfnisse, wo vorher gar keine waren, prägt Geschlechter- und Rollenbilder, die man eventuell so gar nicht haben will, spamt das Internet und ganze Städte voll und so weiter. Meiner Meinung nach eine total wild gewordene Parallelwelt ganz anderer Art. Bei Vorträgen frage ich öfter in die Runde, wer Werbung mag. Maximal ein, zwei Finger. Oder wer Werbung braucht. In aller Regel kein Finger, und wenn, dann arbeitet der Mensch daran in der Werbung. Von so jemand kommt dann auch das Killer-Argument: aber mein Arbeitsplatz! Ja, klar. Deshalb haben wir heute noch Schriftsetzer, Laternen-Anzünder und Glasbläser. Bei allem Respekt, was wir wirklich brauchen, ist keine Push-Kommunikation, die sich immer perfider aufdrängt, sondern vielmehr Pull-Kommunikation, die sich die Menschen freiwillig ziehen. Dafür darf auch ein kleiner Teil im Produktpreis stecken, weil man Informationen über Produkte braucht, um entscheiden zu können, okay. Aber diese ganze Push-Werbeindustrie, weg damit, ersatzlos. Sorry.

Bleiben wir beim Marketing: Kannst du dir im Zuge der Diversifikation (hui, was hat mich denn da geritten? -sn) einen Premium-Wein vorstellen? Lässt sich so etwas sinnvoll und wirtschaftlich tragbar im Mehrweg umsetzen? In hippen Bügelflaschen sogar?

Uwe: Mit „hip“ kenne ich mich nicht aus, aber von Bügelflaschen würde ich eher abraten, die sind nämlich in der Herstellung teurer als man als Pfandwert am Markt durchbekommt. Wein in Mehrweg wäre ein interessantes Konzept, fände ich super, aber es gibt eventuell gute Gründe dafür, warum es das bisher nicht gibt. Oder doch nicht? Wenn jemand sowas gründen will, würde ich das kostenlos begleiten. Ob das wirtschaftlich tragfähig wird, hängt dabei von sehr vielen Faktoren ab, beileibe nicht nur vom Produkt. Es gibt so einen 14-Schritte-Plan zur Gründung, mit dem bisher 100 Prozent – also acht von acht – der damit begleiteten Gründungen überlebt haben, den müsste ich mal ganz in Ruhe aufschreiben, wenn ich mal die Zeit habe. [lacht]

Wo steht Premium in fünf Jahren? In zehn? Wie weit planst du in die Zukunft? Wie weit kannst du die Entscheidungen des Kollektivs vorausahnen?

Uwe: Vorausahnen geht nur bedingt, aber wir haben da einen Haufen an klugen Leuten, die mich das Projekt relativ weitreichend prägen lassen. Wenn es so weitergeht wie bisher, nur besser, dann werden wir in fünf und in zehn Jahren mit mehr Produkten dastehen, verteilt auf mehrere Firmen, um das Risiko zu streuen und individuelle Unterschiede möglich zu machen. Wir werden hoffentlich professioneller organisiert sein, effizienter, effektiver und etwas verbreiteter. Mit Glück hat dann auch schon das nächste Projekt Wirkung entfaltet, nämlich: ein zinsloses Crowdfunding, mit dem unsere Endkunden den Finanzbedarf der Lieferanten decken, damit die den Renditedruck von Investoren loswerden und wir letztlich auch günstiger anbieten können. Das wird ein großer Spaß. [lacht] Details hier:
www.premiumcola.de/betriebssystem/wissenschaft.

Du vertreibst also Cola, Bier, Limo (den Wein stellen wir hintenan) und Mitbestimmung. Auf der einen Seite physische Produkte, auf der anderen eine Idee. Funktioniert das auch im Dienstleistungssektor? Könnte ich als Texter, könnten Werbe- und PR-Agenturen, Ärzte und Designer auf ähnliche Modelle umsatteln? Wie denn?

Uwe: Gute Frage. ich glaube, die Grundideen „mit allen Beteiligten reden“ und „im Konsens entscheiden“ lassen sich auf sehr viele Unternehmen und Branchen übertragen – und das ist schon eine Dienstleistung, ich habe ja selbst gar keine Produktion. Guck dir eventuell mal die Soziokratie an, die machen das in Firmen mit bis zu 50.000 Mitarbeitern in mehreren Branchen.

Wenn ich von einem Arzt operiert werde, möchte ich nicht, dass er währenddessen erstmal rumdiskutiert – aber danach will ich, dass ihm Fehler oder Verbesserungsvorschläge auch von dem OP-Putzmann eingebracht werden können, wenn das die Qualität seiner Arbeit verbessert.

Oder das Systemische Konsensieren, das es in kleinen Kollektiven öfter gibt. Es gibt m. E. nicht die eine ideale Form der Entscheidungsfindung; was gut funktioniert, hängt immer von den Parametern und den Menschen und der Entwicklung des Ganzen ab. Es gibt auch Fälle bzw. Branchen, wo Konsens zum Beispiel nur zeitversetzt geht. Wenn ich von einem Arzt operiert werde, möchte ich nicht, dass er währenddessen erstmal rumdiskutiert – aber danach will ich, dass ihm Fehler oder Verbesserungsvorschläge auch von dem OP-Putzmann eingebracht werden können, wenn das die Qualität seiner Arbeit verbessert. Und da du nach Textern oder Agenturen fragst: Ein Konsens mit den Rezipienten wäre ein Anfang. also zu fragen: Welche Werbung ist aus eurer Sicht eigentlich ok und nicht-invasiv? Und nur die machen.

Ich bin am Ende, hier kommt dein Joker. Du kannst eine Frage beantworten, die ich dir aus purer Ignoranz, Unwissen oder Desinteresse nicht gestellt habe.

Uwe: Den Joker verwandle ich in eine Publikumsfrage, weil ich immer von allem und jedem lernen will: Hat jemand Lesetipps, wie freie Projekte aller Art es hinkriegen, die Beteiligten nicht nur bei allen Entscheidungen, sondern auch an allen, vor allem komplexen Arbeiten zu beteiligen? Da sind wir nämlich bisher nicht so gut drin, obwohl alle Arbeiten bezahlt werden. Oft wird für die einzelnen Dinge fast schon ein mundgerechter Leitfaden verlangt, sonst schwimmen viele Leute und wissen nicht, was sie tun sollen. Aber wenn du alles vor- und durchkaust, kannst du es auch gleich selber und meistens in der gleichen oder sogar weniger Zeit machen – aber das geht halt auch nicht, sonst bleibt die Arbeit auf wenige Menschen zentriert. In dem Punkt, also „mehr und bessere Verteilung von Arbeit“ haben wir Nachholbedarf, und da wäre ich für Lesetipps dankbar, hochverehrtes Publikum.

Was noch fehlt: eine Danksagung. Dafür, dass ich hier meine Gedanken ausbreiten durfte, dass ihr das gelesen habt, und für deine Geduld. Danke. Die ursprüngliche Anfrage ist ja schon … wie lange her?

Anderthalb Jahre, aber darüber sehen wir galant hinweg und erwähnen es nicht einmal. Danke, Uwe.

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Zeit aufzuräumen http://nagelundkopf.de/zeit-aufzuraeumen/ http://nagelundkopf.de/zeit-aufzuraeumen/#respond Tue, 07 Oct 2014 22:05:40 +0000 http://nagelundkopf.de/?p=3409 Von Zeit zu Zeit sollte, nein, muss jeder innehalten und in sich gehen, um Bilanz zu ziehen. Was läuft gut? Was nicht? Wo stehe ich? Wo will ich hin? Was hemmt mich auf meinem Weg? Und wenn es etwas gibt, dann gilt es, alles Hemmende loszuwerden, Ballast abzuwerfen. Vielleicht etwas Neues zu starten. Warum dieser […]

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Von Zeit zu Zeit sollte, nein, muss jeder innehalten und in sich gehen, um Bilanz zu ziehen. Was läuft gut? Was nicht? Wo stehe ich? Wo will ich hin? Was hemmt mich auf meinem Weg? Und wenn es etwas gibt, dann gilt es, alles Hemmende loszuwerden, Ballast abzuwerfen. Vielleicht etwas Neues zu starten.

Warum dieser Post jetzt? Ich bin heute 40 geworden. Das ist scheißalt. Besonders in Digitalien. Ich bin älter als AOL. Als ich Abi gemacht habe, gab es Google noch nicht. Es gab kein Internet. Online haben wir uns via Mailboxen und Modems ausgetauscht. Via Call-by-call von Compuserve, weil die Minute da nur 3,nochwas Pfennige (!) kostete. Scheißalt eben. Mein erster Rechner lief mit DOS. Für manche Spiele musste ich Caldera-DOS booten, um genügend konventionellen Speicher frei zu haben. Mein erstes Windows trug die Nummer 3.11 und wurde von DOS aus mit dem Befehl „win“ gestartet. Und doch stehe ich hier, mitten im Leben, mit einer gerade einjährigen Tochter, die meinen Alltag ganz schön durcheinander wirbelt.

Und deswegen ist es jetzt an der Zeit mal wieder aufzuräumen. Xing-Kontakte zu entsorgen, von denen ich nicht mehr weiß, woher ich sie kenne. Twitterer zu entfolgen, mit denen ich nichts mehr anfangen kann. Mich zu fragen, ob ich wirklich bei jedem Social-Hype mitmachen muss, ob ich noch ein Profil in noch einem Netzwerk benötige (Ello natürlich ausgeschlossen). Ob ich weiterhin alle Blogs meiner Liste lesen soll. Zeit meine RSS-Feeds zu entschlacken und Unnötiges und Uninteressantes loszuwerden. Und Platz zu machen für Neues. Für eine Weiterentwicklung. Schließlich bin ich zwar scheißalt, aber nicht halb so tot wie unsere Tageszeitungen. Ich bin gereift wie guter Wein. An manchen Tagen auch wie Käse.

#hbtm

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