Der Fisch muss dem Angler schmecken

Autor: Sascha Nieroba || Datum: 7. Januar 2014 || Thema: Werbewelt

Es geht die Mär, der Köder müsse dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Natürlich ist das eine richtige und wichtige Erkenntnis. Wenn auch zu kurz gedacht. Denn letztendlich gilt, dass der Fisch dem Angler schmecken muss.

Fürs Marketing übersetzt, ist der dem Fisch schmeckende Köder das Häppchen, das Werber und PRler dem Kunden zum Fraße vorwerfen, auf dass er anbeiße und sich an Bord ziehen lasse. Da wird dann gesiebt, die kleinen Fische zurück in den großen Teich geworfen und die Zierfische ebenso. Übrig bleibt eine Menge anderer Fische. Und Schuhe und Dosen und Plastikflaschen, eben all das Kröppzeug, das man so mitangelt. Dann wird fleißig sortiert, selektiert, wieder verworfen, bis der Angler die Fischplatte seiner Wahl zusammengestellt hat. Was ein Aufwand! Am Ende bleiben zwei Kunden übrig, die sich das Unternehmen in sein Dicke-Fische-Buch schreibt.

Drehen wir den Angelhaken um: Wenn wir zur Prämisse machen, dass der Fisch dem Angler schmecken muss, weiß jener bereits vorher, an welcher Stelle des Sees er seine Rute auswerfen muss. Und mit welchem Köder er den ihm wohlschmeckenden Fisch an Deck hieven kann. Dicke Fische, kleine Fische, Zierfische, was er halt so will. Zielgruppenanalyse nennt man das dann. Und was bringt uns das? Zielgerichtete (Werbe)Aktionen, sinnvolle PR, geringen Ressourceneinsatz – und einen saublöden Marketingspruch weniger.

Lassen Sie uns einen Kaffee trinken!

Frisch aufgebrüht aus handgemahlenen Bohnen, Pads, Kapseln oder aber der gute, alte Bröselkaffee zum Aufgießen: Es wird alles getrunken! Und wenn die Unterhaltung dann noch nett ist, brauchen wir auch keine Kekse.

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