Netzwerk oder Konkurrenz?

Autor: Sascha Nieroba || Datum: 21. Januar 2014 || Thema: Tipps

Kann ich als Freelancer mit anderen Textern zusammenarbeiten oder ist das vielleicht eine bescheuerte Idee, weil ich mir die Konkurrenz an den Tisch hole? Kann ich ein aktuelles Projekt gemeinsam mit der Programmiererin aus der Nachbarschaft stemmen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie mir in Zukunft die Kunden wegschnappt?

Ja, nein und ja. Als Freiberufler ohne funktionierendes Netzwerk ist man ganz schön alleine. Oder unschön. Es gibt immer mal Zeiten, in denen man einen Auftrag einfach nicht mehr annehmen kann. Die Ursache muss gar nicht eine akute Auftragsüberlastung sein, vielleicht ist man krank, hat gerade Nachwuchs in die Familie aufgenommen (und wird ihn nicht mehr los, weil der Kassenbon weg ist). Und dann ruft ein alter Kunde an, der dringend Unterstützung braucht – und man sagt: Nein. Really? Natürlich nicht. Dann zieht man eine Empfehlung aus dem Hut, und sei es nur, um seinen alten (und potenziell zukünftigen) Kunden nicht im Regen stehen zu lassen (er wird es zu schätzen wissen und mit dem nächsten Auftrag wieder zu euch kommen; wenn nicht, vergesst ihn). Der werte Textkollege will natürlich ausgewählt sein, ein Kuckucksei sollte man sich nicht ins Nest holen. Aber, glaubt mir, solche schwarze Schafe landen ratzfatz auf einer schwarzen Liste und werden auch von anderen Freien nicht mehr an Bord geholt, seien es Grafiker, Programmierer oder, wenn die betroffene Person etwas Pech hat, Agenturen.

Gerade im Freien-Netzwerk ist alles ein Geben und Nehmen. Das ist unser großer Vorteil, den wir gegenüber festen Agenturgefügen haben. Wir schließen uns bei Bedarf zusammen, haben in der Regel alle gleichberechtigten Kontakt zum Kunden und dieser rechnet mit allen einzeln ab. Dann hat er zwar mehrere Rechnungen auf dem Tisch, spart sich aber den Agentur-Overhead, den manche Chefs ganz gerne draufschlagen.

Und um die Eingangsfrage noch einmal aufzugreifen: Baut euch ein Netzwerk aus Diziplinfremden und Leuten, die dasselbe machen wie ihr, denen ihr vertraut, dann könnt ihr beruhigt auch mal krank werden oder in den Urlaub fahren. Ihr verdient dann zwar kein Geld, verliert aber auch keinen Kunden. Langfristig.

Lassen Sie uns einen Kaffee trinken!

Frisch aufgebrüht aus handgemahlenen Bohnen, Pads, Kapseln oder aber der gute, alte Bröselkaffee zum Aufgießen: Es wird alles getrunken! Und wenn die Unterhaltung dann noch nett ist, brauchen wir auch keine Kekse.

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