Ohne Kontrolle wider die Schreibblockade

Autor: Sascha Nieroba || Datum: 31. Oktober 2013 || Thema: Tipps

Dr. Kerstin Hoffmann hat drüben in ihrem Blog „PR-Doktor“ zur „Blogparade gegen die Schreibblockade“ (Hashtag  #bloCKparade) aufgerufen. Als Texter befasse ich mich ja nun beruflich mit dem Füllen leerer Seiten, Flyer, Websites, Anzeigen und Bierdeckeln, da liegt es nahe, meine eigene Strategie gegen Blockaden mit allen zu teilen.

Worum es hier nicht geht: Dies ist keine wissenschaftliche Abhandlung. Es ist nicht mal wissenschaftlich belegt. Ich erzähle von meinen eigenen Erfahrungen.

Das Wichtigste zuerst: Wenn’s klemmt, klemmt’s. Aufstehen, weg vom Arbeitsplatz, weg vom Rechner, mit der Hand schreiben, Kaffee trinken, was anderes machen. Hierzu gibt es eine Vielzahl von guten Hinweisen, Tipps und Tricks. Meine Strategie greift vorher und hat das Ziel, jegliche Blockade zu blockieren. Es geht nicht um die fehlende Idee, die in der Dusche wartet oder die der Hund vom Gassi gehen mitbringt. Es geht nicht um Kreativitätstechniken, nicht ums Kribbeln im Kopf. Es geht nur darum, die Blockade zu vermeiden – und die Angst vor ihr zu verlieren.

Was ist eine Schreibblockade?

Unter einer Schreibblockade verstehe ich das zeitweise Unvermögen zu Schreiben und Texten. Eine echte momentane Unfähigkeit. Nicht das Fehlen von Ideen, sondern das Fehlen eines Einstiegs, des ersten wichtigen Satzes. Gerade wenn die Deadline droht, bleibt oft keine Zeit für gängige Tipps, kann man nicht für ein paar Stunden den Text Text und die Arbeit Arbeit sein lassen. Dann heißt es: Am Ball bleiben und den Auftrag durchziehen. Die Konsequenz? Panik, Stress und Zeitdruck nähren die Schreibblockade.

Das Kontroll-Ich ausschalten

Der Trick ist ein ganz einfacher – und wie so oft macht hier die Übung den, der gut darin ist.

Ich nenne es „Schreiben ohne Kontrolle“. Dazu bin ich vier Wochen extrem früh aufgestanden (das ist wichtig, um Gewohnheiten zu entwickeln) und habe mich unmittelbar mit einer Tasse Kaffee an den Computer gesetzt und angefangen zu schreiben. Was? Alles, was mir binnen einer Viertelstunde in den Kopf kam: Traumfetzen, Ideen, Episoden aus meinen Erinnerungen, Pläne, was auch immer aus den Fingern wollte. Ohne Rechtschreibkorrektur. Ohne zu denken. Ohne es noch einmal zu lesen. Besonders letzter Punkt ist extrem wichtig: Dadurch, dass man sich im Vorfeld darüber im klaren ist, dass niemand den Text liest, schaltet man die hemmende Selbstkontrolle ab. Niemand sieht einem über die Schulter, um das Geschriebene zu beurteilen. Vor allem nicht man selbst. Das dauert ein paar Tage, aber schon nach kurzer Zeit lernt man sich zu vertrauen. Das Blatt wird voll. Es tut nicht weh. Leere Bildschirme verletzen niemanden.

Was ich davon habe?

Ich kann schreiben. Das hat anfangs mit Texten noch nicht immer viel zu tun, aber wenn die ersten Zeilen produziert sind, bin ich schon soweit im Text, dass sich Ideen formulieren lassen, es werden Fäden sichtbar, mit denen sich die Geschichte spinnen lässt. Seit etwa vier Jahren kann ich so größere Schreibblockaden erfolgreich vermeiden. Und die Panik vor dem weißen Blatt Papier oder dem leeren Bildschirm ist verschwunden. Nun ja, fast.

Natürlich war es extrem spannend, nach zwei Monaten (der zusätzliche Monat lässt das Kontroll-Ich milde werden) die fabrizierten Texte zu lesen. Und was soll ich sagen? Manche Texte bestätigten mich darin, diese nicht direkt am Folgetag gelesen zu haben. Andere Texte wiederum haben mich sehr positiv überrascht. An einige konnte ich ich wirklich nicht mehr erinnern. Gar nicht. Aber das geht mir auch mit Texten so, die ich ganz bewusst vor einigen Jahren verfasst habe.

Tipp: Zum Schreiben benutze ich entweder eine ganz schlanke Textverarbeitung (z. B. Abiword unter Windows), einen simplen Texteditor (Proton von Ulli Meybohm unter Windows) oder einen Fullscreen-Texteditor (am liebsten Q10).

 

[tl;dr]

Wider die Schreibblockade: Vier Wochen lang früh aufstehen, sofort anfangen zu schreiben für eine Viertelstunde, irgendwas, ohne Plan. Nichts korrigieren. Text frühestens nach zwei Monaten lesen. Gewohnheit etablieren. Schreibblockaden wegschreiben ohne Kontroll-Ich.

Lassen Sie uns einen Kaffee trinken!

Frisch aufgebrüht aus handgemahlenen Bohnen, Pads, Kapseln oder aber der gute, alte Bröselkaffee zum Aufgießen: Es wird alles getrunken! Und wenn die Unterhaltung dann noch nett ist, brauchen wir auch keine Kekse.

Eigentlich hätte ich hier gerne ein Kontaktformular. Aber der Aufwand für die DSGVO und das ständige Löschen der Spamscherze sind mir zu blöd, genauso wie Captchas und doppelt und dreifache Opt-ins und -outs.

Also bitte einfach die üblichen Kontaktmöglichkeiten nutzen: hallo[at]nagelundkopf.de oder unter 0176 97661348 anrufen.

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über mich.

Strategietexter, Marketingreferent, Journalist, Autor. Papa. Geek. Läufer. Sänger. Bester Freund meines Hundes. Mag Trash-Filme, Gitarrenmusik, Bücher aus Papier und jede Form von Kaffee. Älter als AOL.

hünxe.

Ernsthaft? Ist das noch Land oder schon Dorf? Es ist beides. Und Wald. Viel Wald. Und herrlich. Vor allem ist es noch im wunderschönen Ruhrpott, auch wenn sich die Leute hier manchmal ein wenig vertun mit dem Niederrhein. Hinfahren, angucken, auf ‘nen Kaffee reinschneien und fachsimpeln. Themen gibt es hier genug. Und wer mich woanders braucht: Ich bin in einer Stunde in Köln oder Düsseldorf, in dreieinhalb Stunden in Hamburg oder Frankfurt, in sechs Stunden in München oder Paris.