Foursquare – The future is local. Really?

Autor: Sascha Nieroba || Datum: 23. Januar 2013 || Thema: Social Relations

Allerorten wird fleißigst eingecheckt, Bürgermeister entthront und … ja, was eigentlich? Foursquare ist zu einem Standard-Filter im Twitter-Stream mutiert. Trotzdem nimmt das Ich-bin-hier-Posing kein Ende. Achim Hepp, selbst Bürgermeister von geschätzt fünfzehn Millionen Locations der Welt, bringt Checks ins Dunkel.

Bevor wir zu unseren vier Fragen kommen: Bitte stelle dich in ein paar Sätzen vor, wer du bist, was du machst, beruflich, gerne auch privat.

Achim Hepp: Ich heiße Achim Hepp und man findet mich im Internet bzw. bei den ganzen sozialen Netzwerken zu 90% unter dem Kürzel achimh (z.B. bei Twitter @achimh) wieder. Online bin ich bereits Ende der 80er Jahre mit meinem Akustikkoppler gewesen und so geht das bis heute konsequent weiter. Nach 14+ Jahren in der Softwarelokalisierung (fast die gesamte Zeit mit Microsoft-Projekten) arbeite ich seit über zwei Jahren bei Trendwerk77, einer Firma die Zubehör rund um Smartphones (das passt prima) und mobile Endgeräte herstellt. Seit 2010 bin ich auch wieder selbstständig als Social Media Berater (schlimmes Wort, echt – aber es trifft es noch am besten) mit meiner “Firma” malihina medien aktiv und unterstütze kleine Unternehmen sowie Einzelpersonen.
Spezialisiert habe ich mich auf das Thema Location Based Services und Foursquare, wo ich auch gerne zu referiere und schreibe. Privat habe ich sehr viele (durchaus unterschiedliche) Interessen, ich picke jetzt einfach mal das Reisen raus. Privat, aber auch beruflich reise ich sehr gerne um die ganze Welt, bevorzugt die USA, und kann diese Erfahrungen zumeist auch in meinen freiberuflichen Tätigkeiten nutzen. Von daher bin ich so in einer sehr glücklichen Situation, dass ich privat wie auch beruflich etwas machen kann, was mir Spaß macht und womit ich mich auch ständig weiterentwickeln kann.

Legen wir los:

Du arbeitest im “location based marketing”. Was ist das und wozu ist es gut?

Achim Hepp: Location Based Marketing bezieht sich auf die aktive Nutzung von Social Media als Marketing- und Dialoginstrument am jeweiligen Standort. Ein Unternehmen (egal ob Handwerk, Gastronomie oder sonst etwas) kann damit den Kunden direkt vor Ort ansprechen und ihn mit unterschiedlichen Mitteln zu einer Handlung (beispielsweise einen Kauf) motivieren. Der Kunde wird also nicht (nur) daheim in einen Dialog verwickelt, sondern wenn er wirklich vor Ort bzw. in der Nähe ist.

Du bist großer Foursquare-Fan, ckeckst in, wo immer du kannst. Demnächst hälst du sogar Vorträge. Was bringt denn das ständige Einchecken? Oder anders: Was bringt es dir und was kann es mir bringen, als Privatperson?

Achim Hepp: In nächster Zeit stehen neben meinem zweiten Buchprojekt und dem aktuellem Launch des Foursquare-Blogs allesfoursquare.de noch zwei Vorträge zu dieser Thematik an. Zusammen mit Christina Quast halte ich am 31. Januar einen Workshop beim Social Community Day in Köln. Dort geht es um Foursquare und Location Based Services im Kontext mit Social Travelling, somit also auch mehr um Tipps zu Orten und die Möglichkeit mit Foursquare neue Orte zu entdecken. Zusätzlich kann Foursquare auch zur Dokumentation eines Trips genutzt werden.
Danach ist am Rosenmontag, 11.2.2013, Mobiles Marketing (natürlich mit Foursquare) Thema bei der 5. Web 2.0 Konferenz BARsession in Dortmund. Zusammen mit Jens Mattheuszik (vielen sicherlich bekannt als Betreiber von pottblog.de -sn) behandeln wir dann im Kontext zu unserem Blog die klassischen Möglichkeiten des mobilen Marketings, also das oben kurz beschriebene “location based marketing”.
Dir als Privatperson bringt die Nutzung unter anderem ehrliches, direktes und knappes Feedback zu bestimmten Orten (z. B. Restaurants). Denn anders, als wenn man erst zu Hause einen positiven oder negativen Bericht bei einem Bewertungsportal schreibt, ist ein durchaus aus dem Affekt geschriebener Foursquare-Tipp oft hilfreicher – gerade auch, wenn es mehr als einen gibt. Du kannst aber auch einfach mal ein Freigetränk abgreifen, vielleicht in einer Bar, die man ansonsten nie betreten hätte, und die dann ganz toll ist. Du kannst also neue und interessante Orte kennenlernen. Das mal so grob, denn da kann man ausschweifend zu erzählen bzw. schreiben (was wir später auf jeden Fall tun werden -sn).

Du bist sehr umtriebig und eigentlich ständig unterwegs, auch in Übersee. Wie sind denn Dienste wie Foursquare z.B. in den USA aufgestellt? Gibt es da große Unterschiede?

Achim Hepp: Definitiv, sehr große Unterschiede. Gerade in den USA etabliert sich Foursquare langsam als zusätzliches wichtiges Social Network. Das ist besonders offensichtlich in der Werbung. Mittlerweile taucht neben dem Twitter- und Facebook-Icon auf Plakaten oftmals auch Foursquare auf. Das ist in Deutschland ja nicht so, selbst Twitter ist da noch abgeschlagen und Facebook breiteste Kontaktweg für die Unternehmen. Foursquare ist gerade als Chance für kleinere und lokale Unternehmen in den amerikanischen Großstädten weitaus akzeptierter und etablierter als hierzulande. Besonders in der Gastronomie. Berlin mag da eventuell noch eine kleine Ausnahme sein, ansonsten sind in den meisten Städten nur wenige große Ketten wie Vapiano und kaum kleine und lokale Unternehmen präsent. Leider.

Wie siehst du denn Deutschland technisch, digital und social-medial aufgestellt im internationalen Vergleich? Wo sind wir in fünf Jahren?

Achim Hepp: Ich denke da hinken wir so knapp 1 bis 2 Jahre hinterher, je nach Dienst und Zielgruppe natürlich. Und dann auch eher hinter den USA und Asien, als innerhalb Europas. Generell kann man diese Antwort schwer pauschalisieren, da man da schon ins Detail gehen müsste.
In fünf Jahren wird die Welt technisch wohl enger zusammengerückt sein, beispielsweise wird es in den modernen Ländern nur noch Smartphones geben und das klassische Handy nicht mehr existieren. Durch diese Verbreitung wird das mobile Internet wichtiger als das lokale daheim und sollte dann auch dementsprechend schneller und bezahlbarer sein als heute. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das mobile Internet kostenlos angeboten werden wird, wenn sich Modelle entwickeln, bei denen der Mobilfunkprovider bei mobilen Transkationen wie zum Beispiel dem Musikkauf beteiligt ist und dadurch seine Infrastruktur querfinanziert.

Danke, Achim, für deine Zeit. Du bist vorerst unser Bürgermeister.

Lassen Sie uns einen Kaffee trinken!

Frisch aufgebrüht aus handgemahlenen Bohnen, Pads, Kapseln oder aber der gute, alte Bröselkaffee zum Aufgießen: Es wird alles getrunken! Und wenn die Unterhaltung dann noch nett ist, brauchen wir auch keine Kekse.

Eigentlich hätte ich hier gerne ein Kontaktformular. Aber der Aufwand für die DSGVO und das ständige Löschen der Spamscherze sind mir zu blöd, genauso wie Captchas und doppelt und dreifache Opt-ins und -outs.

Also bitte einfach die üblichen Kontaktmöglichkeiten nutzen: hallo[at]nagelundkopf.de oder unter 0176 97661348 anrufen.

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über mich.

Strategietexter, Marketingreferent, Journalist, Autor. Papa. Geek. Läufer. Sänger. Bester Freund meines Hundes. Mag Trash-Filme, Gitarrenmusik, Bücher aus Papier und jede Form von Kaffee. Älter als AOL.

hünxe.

Ernsthaft? Ist das noch Land oder schon Dorf? Es ist beides. Und Wald. Viel Wald. Und herrlich. Vor allem ist es noch im wunderschönen Ruhrpott, auch wenn sich die Leute hier manchmal ein wenig vertun mit dem Niederrhein. Hinfahren, angucken, auf ‘nen Kaffee reinschneien und fachsimpeln. Themen gibt es hier genug. Und wer mich woanders braucht: Ich bin in einer Stunde in Köln oder Düsseldorf, in dreieinhalb Stunden in Hamburg oder Frankfurt, in sechs Stunden in München oder Paris.