Warum kleine Unternehmen ohne Online-Strategie untergehen werden

Autor: Sascha Nieroba || Datum: 14. Mai 2013 || Thema: Social Relations

„Internet, das sind die anderen“, „Meine Kunden kennen mich, da brauche ich kein Facebook“, „Damit kenne ich mich nicht aus“, „Wir haben seit fünf Jahren eine Homepage, das hat uns nichts gebracht“, „Nee, das ist mir aus Gründen des Datenschutzes nicht geheuer“, „Wir sind in den Gelben Seiten“.

All das sind Sätze, die die meisten Menschen der jüngeren Generation nicht mehr verstehen, weil das zu weit von ihrer Lebensrealität entfernt ist. Gelbe Seiten? Sind ihnen genauso unbekannt wie dem alteingesessenen Klempner Instagram. Gut, jedem das Seine. Wirklich? Was passiert denn, wenn die frisch bezogene Studenten-WG ihren ersten Rohrbruch durchlebt? Da wird gegoogelt. Muss man nicht drüber diskutieren. Jungvolk halt. Wirklich? Mitnichten.

Ein anderes Beispiel: Wohnungssuche

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Social-Media-Prisma 5.0 by ethority
[src: http://www.ethority.de/weblog/2012/09/12/social_media_prisma_v5/]

Ich suche aktuell eine neue Wohnung. Es eilt nicht, aber ich will die richtige Wohnung für meine Familie finden (lassen). Nachdem die Suche auf den Restposten-Maklerbörsen nichts gebracht hatte, suchte ich ein Maklerbüro. Online. Wo sonst? Von den zehn ersten Treffern der ersten Seite machte schließlich das Büro das Rennen, das den ansprechendsten Online-Auftritt vorzuweisen hat. Warum? Weil es mir die Zuversicht vermittelt, dass sich da jemand um sein Geschäft kümmert. Der Mitbewerber mit seiner Website aus dem Frontpage-Baukasten von 1995 mit dem biederen Anzugfoto und animierten Buttons ist gleich durchgefallen.

Noch ein Beispiel: Redner gesucht

Meine Eltern suchten aus gegeben traurigem Anlass einen Trauerredner. Gelbe Seiten? Nope. Allerdings haben sie auch keinen Internetzugang. Was haben sie gemacht? Haben mich angerufen, damit ich, Achtung!, im Internet nach einem geeigneten Sprecher suche. Meine Eltern entschieden sich letztendlich für den Redner mit den aktuellsten und vollständigsten Informationen auf seiner Website – und gegen seine Kollegen, die lediglich auf Sammelportalen gelistet waren.

Wat lernt uns dat?

Wer online nicht stattfindet, wird bald auch im „real life“ nicht mehr stattfinden. Wer auf Laufkundschaft setzt, dem dürfte es noch eine Weile gut gehen. Wer aber auf Kundschaft aus ganz Deutschland oder gar aller Welt angewiesen ist, sollte sich tunlichst um eine zeitgemäße Internetpräsenz kümmern. Dazu gehört nicht nur eine ansprechende, aktuelle (!) Website, sondern, und gerade im Endkundengeschäft, auch die Auffindbarkeit in sozialen Medien. Obige Grafik zeigt eindrucksvoll, wie groß das Social-Media-Universum mittlerweile ist, in dem sich viele Netizens selbstverständlich bewegen. Es muss also nicht mehr heißen: „Brauchen wir Social Media?“, sondern: „Warum, zur Hölle, machen wir da noch immer nichts?“.

PS: Wer seinen Facebook-Account nur nutzt, um seine Unternehmensneuigkeiten unters Volk zu blasen, ist auch so eine Person, die auf Partys nur von sich selbst spricht und andere nicht zu Wort kommen lässt, weil sie ihn nicht interessieren. Sehr sympathisch also, jemand, den man immer gerne einlädt. Nicht.

Lassen Sie uns einen Kaffee trinken!

Frisch aufgebrüht aus handgemahlenen Bohnen, Pads, Kapseln oder aber der gute, alte Bröselkaffee zum Aufgießen: Es wird alles getrunken! Und wenn die Unterhaltung dann noch nett ist, brauchen wir auch keine Kekse.

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